Fragen & Antworten für Zeitarbeitskräfte

Allgemeine Fragen

Was ist der SWF und wie unterstützt er Zeitarbeitskräfte?

  • Der Sozial- und Weiterbildungsfonds (SWF) wurde 2013 gegründet. Der SWF fördert die rund 120.000 Zeitarbeitskräfte in Österreich während eines aufrechten Arbeitsverhältnisses und leistet auch finanzielle Unterstützung im Fall von Arbeitslosigkeit.

Welche Ausbildungen werden durch den SWF gefördert?

  • Der SWF fördert allgemeine Bildungsmaßnahmen (Weiterbildungsdatenbank des SWF) und die Fachkräfteausbildung mit dem Schwerpunkt auf den Berufsfeldern der Metall- und Elektrotechnik.

 Welche Vorteile bieten Förderungen durch den SWF?

  • Durch die Förderung des SWF erhalten Zeitarbeitskräfte eine kostenlose Zusatzqualifizierung und damit verbesserte Chancen am Arbeitsmarkt. Bei einer eintretenden Arbeitslosigkeit bietet der SWF den Zeitarbeitskräften zusätzlich finanzielle Arbeitslosenunterstützung an.

Sind Ausbildungen auch während der Probezeit förderbar?

  • Die Förderung von Aus- und Weiterbildungen für Zeitarbeitskräfte, die sich noch im Probemonat befinden, ist ausgeschlossen, ebenso für Zeitarbeitskräfte in geringfügiger Anstellung in den ersten 3 Monaten der Beschäftigung. Förderleistungen für Zeitarbeitskräfte in geringfügiger Anstellung sind ab 01.01.2020 mit € 100,- pro Beschäftigungsjahr begrenzt.

Wenn die Zeitarbeitskraft die Probezeit (Probemonat) in geringfügiger Beschäftigung gemacht hat und nach der Probezeit umsteigt in ein volles Dienstverhältnis – ist die Zeitarbeitskraft dann „normal“ förderbar?

  • Wenn die Zeitarbeitskraft nach dem Probemonat von einer geringfügigen Anstellung auf Voll-/Teilzeit umsteigt, ist die Zeitarbeitskraft ab diesem Zeitpunkt normal förderbar (gleich nach dem Probemonat, keine Förderbeschränkung von EUR 100,- pro Beschäftigungsjahr), sofern ab dem Voll-/Teilzeit-Abschnitt nicht neuerlich eine Probezeit vereinbart wurde.

Wer kann Leistungen des SWF beantragen?

  • Der Förderungsantrag kann sowohl von der Zeitarbeitskraft als auch vom Arbeitskräfteüberlassungs-Unternehmen gestellt werden. Bitte sprechen Sie sich als Zeitarbeitskräfte vor Ausbildungsbeginn mit Ihrem Arbeitskräfteüberlassungs-Unternehmen (=Arbeitgeber) ab.

Auf wen muss die Rechnung einer Ausbildung ausgestellt werden?

  • Das hängt davon ab, wer den Förderungsantrag beim SWF stellen wird: Wenn Sie als Zeitarbeitskraft den Antrag einbringen, muss die Rechnung auf Ihren Namen ausgestellt sein. Wenn Ihr Arbeitskräfteüberlassungs-Unternehmen die Ausbildungskosten vorfinanziert hat und den Antrag einbringt, muss auf der Rechnung der Firmenname angegeben sein, damit die Ausbildungskosten vom SWF refundiert werden können.

Wann wird ein Zuschuss zum Weiterbildungsgeld, Bildungsteilzeitgeld oder Fachkräftestipendium ausbezahlt?

  • Der SWF zahlt den finanziellen Zuschuss zum Weiterbildungsgeld, Bildungsteilzeitgeld bzw. Fachkräftestipendium während der Ausbildungszeit jeweils am 15. des Monats im Nachhinein aus.

Fragen zu Allgemeinen Bildungsmaßnahmen

Was versteht man unter einer allgemeinen Bildungsmaßnahme?

  • Allgemeine Bildungsmaßnahmen dienen dazu, die Qualifikation von Zeitarbeitskräften am Arbeitsmarkt zu verbessern. Von Metall-, Elektro-, Schweiß- oder Werkmeisterausbildungen, bis hin zu Sprachkursen oder diverse Ausbildungen speziell für Angestellte. Der SWF unterstützt Zeitarbeitskräfte dabei, neue Fähigkeiten zu erlernen.

Wer hat Anspruch auf Förderung einer allgemeinen Bildungsmaßnahme?

  • Die allgemeinen Bildungsmaßnahmen eignen sich für alle Zeitarbeitskräfte in einem aufrechten Arbeitsverhältnis, die sich weiterentwickeln wollen. Der SWF fördert auch Zeitarbeitskräfte, die bei ihrem letzten Arbeitgeber (=gewerbliches Arbeitskräfteüberlassungs-Unternehmen) eine Ausbildung begonnen haben, aber vor Ausbildungsende arbeitslos geworden sind.

Was wird bei einer allgemeinen Bildungsmaßnahme vom SWF gefördert?

  • Bei allgemeinen Bildungsmaßnahmen finanziert der SWF die kompletten Ausbildungs- und Prüfungskosten. Sollte die Zeitarbeitskraft die vereinbarte Bildungsmaßnahme allerdings mit weniger als 75 % der gesamten Ausbildungszeit besuchen, übernimmt der SWF nur 50 % der vorab genehmigten Kosten. Die restlichen Kosten muss die Zeitarbeitskraft selbst bezahlen. Wenn Zeitarbeitskräfte im Rahmen einer Bildungskarenz, einer Bildungsteilzeit oder einem Fachkräftestipendium eine Ausbildung beginnen, leistet der SWF einen monatlichen, finanziellen Zuschuss. Als Bemessungsgrundlage gilt dabei das durchschnittliche Nettoentgelt vor Ausbildungsbeginn (13-Wochen-Schnitt auf Basis Bruttolohn/-gehalt samt schnittfähiger Zulagen und anteiliger Sonderzahlungen, max. jedoch bis zur Höhe der gemäß § 45 ASVG festgelegten Höchstbemessungsgrundlage).

Wie kann ich eine allgemeine Bildungsmaßnahme beantragen?

  • Schritt 1: Sie vereinbaren mit dem SWF ein kostenloses Beratungsgespräch. Der SWF informiert Sie über alle Möglichkeiten.  
    Schritt 2: Der SWF überprüft die Fördermöglichkeiten.
    Schritt 3: Nach einer Zusage füllen Sie die SWF-Ausbildungsvereinbarung „Allgemeine Bildungsmaßnahmen“ aus. Falls Sie die Ausbildung in Kombination mit Bildungskarenz/Bildungsteilzeit/Fachkräftestipendium absolvieren möchten muss dies von Ihrem „Wohnsitz-AMS“ vor Ausbildungsbeginn genehmigt werden.
    Schritt 4: Jetzt beginnt Ihre Ausbildung. Die Rechnung über die Ausbildungskosten wird direkt an den SWF übermittelt und vom SWF übernommen. Falls Sie die Ausbildung in Kombination mit einer Bildungskarenz/Bildungsteilzeit/Fachkräftestipendium begonnen haben, erhalten Sie vom SWF einen monatlichen, finanziellen Zuschuss.
    Schritt 5: Nach Ausbildungsende erhalten Sie ein Zertifikat/Zeugnis bzw. eine Teilnahmebestätigung, die der ausbildende Schulungsträger in Kopie an den SWF übermittelt.

Was muss bei der Auswahl eines konkreten Kurses berücksichtigt werden?

  • Bei der Auswahl ist zu berücksichtigen, dass die Ausbildungskosten den Referenzpreisen von regionalen Schulungsträger entsprechen und von beim SWF gelisteten Schulungsträgern durchgeführt wurden.
  • Allgemeine Bildungsmaßnahmen werden bis zu einem Betrag von € 6.000,- inkl. Ust. pro Zeitarbeitskraft und Beschäftigungsjahr gefördert bzw. bis zu € 3.000,- inkl. Ust. pro Ausbildungsmonat (=135 Übungseinheiten).
  • Die Förderung von Aus- und Weiterbildungen für Zeitarbeitskräfte, die sich noch im Probemonat befinden, ist ausgeschlossen, ebenso für Zeitarbeitskräfte in geringfügiger Anstellung in den ersten 3 Monaten der Beschäftigung. Förderleistungen für Zeitarbeitskräfte in geringfügiger Anstellung werden mit € 100,- pro Beschäftigungsjahr begrenzt.
  • Anlern-, Einweisungs- und Einschulungsunterweisungen gelten nicht als geförderte Weiterbildungsmaßnahmen. 

Kann auch während Bildungsteilzeit oder Bildungskarenz eine allgemeine Bildungsmaßnahme beim SWF beantragt werden?

  • Ja, seit 01.01.2016 können allgemeine Bildungsmaßnahmen auch während der Bildungskarenz bzw. Bildungsteilzeit beantragt werden.

Sind sogenannte SCP/SGU-Schulungen förderbar?

  • Ja, der Antrag kann sowohl über das gewerbliche Arbeitskräfteüberlassungs-Unternehmen als auch über die Zeitarbeitskraft gestellt werden. Der SWF überprüft anschließend, ob ein gültiges Zertifikat vorhanden ist bzw. ob innerhalb von 10 Jahren bereits einmal für eine Zeitarbeitskraft eine Förderung für diese spezielle Ausbildung ausbezahlt wurde. Weitere Voraussetzungen für eine Genehmigung sind, dass es sich um eine standardisierte Ausbildung inkl. Prüfung und Ausstellung eines Zertifikats handelt und dass die Ausbildungsdauer 8–24 Stunden beträgt.

Sind Bildungsmaßnahmen in Form von eLearning förderbar?

  • Ja, aber sie werden nur in bedarfsbezogenen Ausnahmefällen gefördert. Die Förderbedingungen von Bildungsmaßnahmen und insbesondere von eLearning-Ausbildungen werden durch eine gesonderte Rahmenvereinbarung mit ausgewählten Schulungsträgern geregelt.

Fragen zur Fachkräfteausbildung

Was versteht man unter einer Fachkräfteausbildung?

  • In der Fachkräfteausbildung werden Zeitarbeitskräfte auf die außerordentliche Lehrabschlussprüfung vorbereitet. Der SWF begleitet Zeitarbeitskräfte auf ihrem Weg – sei es in der Elektro- oder Metalltechnik, als Betriebslogistiker/Betriebslogistikerin, Bürokaufmann/Bürokauffrau oder vieles mehr. Für das Jahr 2020 stehen 200 geförderte Ausbildungsplätze zur Verfügung.

Wer hat Anspruch auf Förderung einer Fachkräfteausbildung?

  • Die Fachkräfteausbildung richtet sich an Zeitarbeitskräfte mit einer (abgebrochenen) Lehre ohne Lehrabschlussprüfung wie auch an angelernte Zeitarbeitskräfte, die einen Lehrabschluss anstreben. Zeitarbeitskräfte sollten mit ihrem Arbeitgeber besprechen, ob eine Bildungskarenz/-teilzeit oder ein Fachkräftestipendium in Anspruch genommen werden kann.

Was wird bei einer Fachkräfteausbildung vom SWF gefördert?

  • Ser SWF übernimmt die Ausbildungs-/Prüfungskosten zur Gänze. Sollte die Zeitarbeitskraft die vereinbarte Bildungsmaßnahme allerdings mit weniger als 75 % der gesamten Ausbildungszeit besuchen, übernimmt der SWF nur 50 % der vorab genehmigten Kosten. Die restlichen Kosten muss die Zeitarbeitskraft selbst bezahlen. Zusätzlich erhalten Zeitarbeitskräfte einen Zuschuss zum Weiterbildungsgeld, Bildungsteilzeitgeld bzw. zum Fachkräftestipendium. Als Bemessungsgrundlage gilt dabei das durchschnittliche Nettoentgelt vor Ausbildungsbeginn (13-Wochen-Schnitt auf Basis Bruttolohn/-gehalt samt schnittfähiger Zulagen und anteiliger Sonderzahlungen, max. jedoch bis zur Höhe der gemäß § 45 ASVG festgelegten Höchstbemessungsgrundlage).

Wie kann ich eine Fachkräfteausbildung beantragen?

  • Schritt 1: Sie vereinbaren mit dem SWF ein kostenloses Beratungsgespräch. Der SWF informiert Sie über alle Möglichkeiten.  
    Schritt 2: Der SWF überprüft die Fördermöglichkeiten.
    Schritt 3: Nach einer Zusage füllen Sie die SWF-Ausbildungsvereinbarung „Fachkräfteausbildung“ aus.  
    Schritt 4: Der Bildungsträger Ihres Vertrauens muss verpflichtend einen Potentialcheck durchführen, um die Eignung festzustellen.
    Schritt 5: Je nach individuellen Voraussetzungen können Bildungskarenz, Bildungsteilzeit oder das Fachkräftestipendium beantragt werden.
    Schritt 6: Das Weiterbildungsgeld/ Bildungsteilzeitgeld oder Fachkräftestipendium wird durch Ihr „Wohnsitz-AMS“ genehmigt.
    Schritt 7: Nun startet Ihre Ausbildung. Die Rechnung für die Ausbildung muss auf den Namen der Zeitarbeitskraft lauten. Die Rechnung geht direkt an den SWF und wird vom SWF beglichen.
    Schritt 8: Sie erhalten einen monatlichen Zuschuss zum Weiterbildungsgeld/ Bildungsteilzeitgeld oder Fachkräftestipendium.
    Schritt 9: Nach der Ausbildung erhalten Sie Ihr Lehrabschlusszeugnis, dieses wird vom ausbildenden Schulungsträger in Kopie an den SWF weitergegeben.

Warum wird jährlich nur eine begrenzte Anzahl an Fachkräfteausbildungen vom SWF gefördert?

  • Die auf 200 Kontingentplätze begrenzte Anzahl ist eine vorläufige Einschätzung, da konkrete Erfahrungswerte fehlen. Sollten Ausbildungen darüber hinaus angefragt werden, so ist der SWF bemüht, freie Mittel aus anderen Leistungsbereichen bereitzustellen.

Fragen zur Arbeitslosenunterstützung

Was versteht man unter der Arbeitslosenunterstützung des SWF?

  • Die Arbeitslosenunterstützung wird ausbezahlt, sollten Zeitarbeitskräfte arbeitslos werden. Für diesen Fall hilft der SWF mit einer einmaligen finanziellen Unterstützung in der Höhe von € 270,- bzw. € 70,- für zuvor geringfügig Beschäftigte, die zusätzlich zum Arbeitslosengeld bzw. zur Notstandshilfe des AMS ausbezahlt wird. Die Unterstützung stellt eine Beihilfe dar, die weder der Sozialversicherungspflicht noch der Veranlagung zur Einkommenssteuer unterliegt und auch nicht vom Arbeitslosengeld bzw. der Notstandshilfe des AMS in Abzug gebracht werden muss.

Wer hat Anspruch auf Arbeitslosenunterstützung durch den SWF?

  • Diese Unterstützung kann jede ehemalige Zeitarbeitskraft, die bei einem gewerblichen Arbeitskräfteüberlassungs-Unternehmen mit Sitz im In- oder Ausland beschäftigt war, in Anspruch nehmen, wenn ALLE nachfolgenden Voraussetzungen erfüllt sind:
    • Durchgehende Beschäftigung in der Zeitarbeitsbranche (bei einem/mehreren gewerblichen Arbeitskräfteüberlassungs-Unternehmen) von mindestens 2 Monaten vor Beginn der Arbeitslosigkeit.
    • Das vormalige Beschäftigungsverhältnis darf nicht durch Kündigung durch die Zeitarbeitskraft, unberechtigten/vorzeitigen Austritt oder berechtigte Entlassung beendet worden sein.
    • Nach Beendigung des Dienstverhältnisses darf innerhalb von einer Woche kein neues sozialversicherungspflichtiges Dienstverhältnis (Voll- oder Teilzeit-Dienstverhältnis) begründet werden.
    • Der Antrag auf Arbeitslosenunterstützung muss vollständig innerhalb von 6 Monaten nach Eintritt der Arbeitslosigkeit (1. Tag nach dem arbeitsrechtlichen Ende der Beschäftigung) beim SWF eingebracht werden.
    Sollte die Arbeitslosigkeit länger als einen Monat nach Eintritt der Arbeitslosigkeit (1. Tag nach dem arbeitsrechtlichen Ende der Beschäftigung) andauern, dann können zusätzliche € 270,- beantragt werden.

Wie wird die Arbeitslosenunterstützung abgewickelt?

  • Schritt 1: Sie prüfen, ob Sie einen Anspruch auf Arbeitslosenunterstützung durch den SWF haben. Einen Anspruch haben alle ehemaligen Zeitarbeitskräfte, welche vor Beginn der Arbeitslosigkeit mindestens 2 Monate durchgehend in der Zeitarbeitsbranche beschäftigt waren und alle weiteren Voraussetzungen erfüllen.
  • Schritt 2: Sie stellen innerhalb von 6 Monaten nach Eintritt der Arbeitslosigkeit (1. Tag nach dem arbeitsrechtlichen Ende der Beschäftigung) den Online-Antrag auf Arbeitslosenunterstützung ganz einfach in unserem SWF-Onlineportal auf unserer Website.
  • Schritt 3: Sie müssen nachfolgende Unterlagen aus dem SWF-Onlineportal herunterladen, ausdrucken, handschriftlich unterschreiben und wieder hochladen:
    • Das jeweilige auf Sie zutreffende SWF-Antragsformular
    • Die SWF-Datenschutz-Einwilligungserklärung

    Sie müssen zusätzlich nachfolgende Unterlagen im SWF-Onlineportal hochladen:
    • Identitätsnachweis mit Foto und handschriftlicher Unterschrift (zB. Reisepass/Personalausweis/Führerschein)
    • Dienstvertrag/Überlassungsmitteilung(en) in Ausnahmefällen zur Überprüfung ob Sie eine Zeitarbeitskraft waren

    Sie müssen zusätzlich nachfolgende Unterlagen im SWF-Onlineportal hochladen, wenn Sie aus dem Ausland nach Österreich entsandt und in Österreich beschäftigt waren:
    • Eine Beendigungsbestätigung der/des letzten Beschätigungsverhältnisse/s aus einer Überlassung
    • Eine behördliche Bescheinigung der Arbeitslosigkeit durch Ihre zuständige Behörde (durch Ihr „Wohnsitz-AMS“) im Ausland. Eine beglaubigte Übersetzung in deutscher Sprache ist erforderlich.
    Der SWF überprüft Ihre Identität und Ihre tatsächliche Beschäftigungsdauer vor Eintritt in die Arbeitslosigkeit durch die Entsendungsmeldungen der Zentralen Koordinierungsstelle (ZKO) beim Bundesministerium für Finanzen.
  • Schritt 4: Der SWF prüft, ob alle Voraussetzungen für die Auszahlung einer Arbeitslosenunterstützung erfüllt sind.
  • Schritt 5: Falls bei der Prüfung im SWF-Onlineportal auffällt, dass Sie unvollständige Angaben gemacht bzw. unvollständige Unterlagen hochgeladen haben, dann können für die Bearbeitung des Antrages notwendige Angaben/Unterlagen nachgefordert werden.
  • Schritt 6: Sind nach einer neuerlichen Prüfung alle Voraussetzungen für die Arbeitslosenunterstützung erfüllt, zahlt der SWF, an die den Antrag stellende Zeitarbeitskraft (Anspruchsberechtigte Person), den Unterstützungsbetrag aus.

Kann die Arbeitslosenunterstützung auch mehrmals im Jahr beantragt werden?

  • Ja. Wenn Sie innerhalb eines Jahres bzw. jahresübergreifend bei mehreren gewerblichen Arbeitskräfteüberlassungs-Unternehmen beschäftigt waren und Sie pro Beschäftigungsverhältnis die Voraussetzungen für die Arbeitslosenunterstützung erfüllen, kann die Unterstützung auch mehrmals im Jahr ausbezahlt werden.

Kann die Arbeitslosenunterstützung beantragt werden, wenn ich zwar nach Österreich entsendet und in Österreich beschäftigt, allerdings im Ausland sozialversichert war?

  • Ja. Wenn Sie die Voraussetzungen für die Arbeitslosenunterstützung erfüllen und im SWF-Onlineportal Ihre ausländische Sozialversicherungsnummer eingeben, können Sie das SWF-Antragsformular für ehemalige im Ausland sozialversicherte Zeitarbeitskräfte herunterladen. Der SWF überprüft Ihre Identität und Ihre tatsächliche Beschäftigungsdauer vor Eintritt in die Arbeitslosigkeit durch die Entsendungsmeldungen der Zentralen Koordinierungsstelle (ZKO) beim Bundesministerium für Finanzen.

Kann der Antrag auf Arbeitslosenunterstützung per E-Mail/per Post eingebracht oder persönlich vorbeigebracht werden?

  • Der Antrag auf Arbeitslosenunterstützung kann bis einschließlich 31.08.2020 per E-Mail/per Post eingebracht werden. Ab 01.09.2020 ist der Antrag verpflichtend über das SWF-Onlineportal einzubringen. An der Büroadresse des SWF gibt es ausschließlich keinen Parteienverkehr.

Was muss bei der Antragstellung auf Arbeitslosenunterstützung unbedingt beachtet werden?

  • Zur Überprüfung, ob Sie als Antragsteller/Antragstellerin auch die anspruchsberechtigte Person sind, müssen die zwei handschriftlich von Ihnen zu leistenden Unterschriften auf dem SWF-Antragsformular und der SWF-Datenschutz-Einwilligungserklärung, so gut es geht, einheitlich mit jener Unterschrift auf Ihrem Identitätsnachweis sein.

Fragen & Antworten für gewerbl. Arbeitskräfteüberlassungs-Unternehmen

Allgemeine Fragen

Was ist der SWF und wie unterstützt er Zeitarbeitskräfte?

  • Der SWF, Sozial- und Weiterbildungsfonds, wurde 2013 gegründet und fördert die rund 130.000 Zeitarbeitskräfte (Stand: Okt/2019) in Österreich während eines aufrechten Arbeitsverhältnisses und auch im Falle von Arbeitslosigkeit. Die Leistungen des SWF stehen allen gewerblichen Arbeitskräfteüberlassungs-Unternehmen zur Verfügung. Sie reichen von Allgemeinen Bildungsmaßnahmen über Fachkräfteausbildung bis hin zu Überbrückungsgeld und Einarbeitungsbeihilfe. Damit unterstützt der SWF das gewerbliche Arbeitskräfteüberlassungs-Unternehmen dabei, seine Zeitarbeitskräfte besser zu qualifizieren. In Folge steigt die Mitarbeiterzufriedenheit und –bindung und auch die Beschäftigerbetriebe profitieren von top ausgebildeten und zufriedenen Zeitarbeitskräften.

Welche Ausbildungen werden durch den SWF gefördert?

  • Der SWF fördert einerseits Allgemeine Bildungsmaßnahmen (SWF-Weiterbildungsdatenbank): Darunter fallen zum Beispiel Metall-, Elektro-, Schweiß- oder Werkmeisterausbildungen sowie Sprachkurse, Führerscheine und spezielle Ausbildungen für Angestellte. Andererseits übernimmt der Fonds die Kosten für die Fachkräfteausbildung von Zeitarbeitskräften – sei es in der Elektro- oder Metalltechnik, als Betriebslogistiker/Betriebslogistikerin, Bürokaufmann/Bürokauffrau etc.

Welche Vorteile bieten Förderungen durch den SWF?

  • Förderungen durch den SWF bringen für den gewerblichen Arbeitskräfteüberlassungs-Unternehmen eine Vielzahl an Vorteilen. Ein wesentlicher kurzfristiger Vorteil ist die Ermöglichung von Aus- und Weiterbildung für Zeitarbeitskräften durch die vollständige Refundierung der Ausbildungskosten. Mittel- und langfristig bedeutet das eine bessere berufliche Qualifikation und damit verbunden eine verbesserte Einsetzbarkeit, eine erhöhte Kontinuität der Beschäftigung und eine Steigerung der Zufriedenheit – sowohl auf Seiten der Zeitarbeitskräften als auch auf Seiten der Beschäftigerbetriebe.

Sind Ausbildungen auch während der Probezeit förderbar?

  • Die Förderung von Aus- und Weiterbildungen für Zeitarbeitskräfte, die sich noch im Probemonat befinden, ist ausgeschlossen, ebenso für Zeitarbeitskräfte in geringfügiger Anstellung in den ersten 3 Monaten der Beschäftigung. Förderleistungen für Zeitarbeitskräfte in geringfügiger Anstellung werden mit € 100,- pro Beschäftigungsjahr begrenzt.

Gilt für die Fördervoraussetzung "unaufgelöstes aufrechtes Arbeitsverhältnis" auch eine geringfügige Anstellung?

  • Ja, es gilt auch eine geringfügige Anstellung. Förderleistungen für Zeitarbeitskräfte in geringfügiger Anstellung sind ab 01.01.2020 mit € 100,- pro Beschäftigungsjahr begrenzt.

Wenn die Zeitarbeitskraft die Probezeit (Probemonat) in geringfügiger Beschäftigung gemacht hat und nach der Probezeit umsteigt in ein volles Dienstverhältnis – ist die Zeitarbeitskraft dann „normal“ förderbar?

  • • Wenn die Zeitarbeitskraft nach dem Probemonat von einer geringfügigen Anstellung auf Voll-/Teilzeit umsteigt, ist die Zeitarbeitskraft ab diesem Zeitpunkt normal förderbar (gleich nach dem Probemonat, keine Förderbeschränkung von EUR 100,- pro Beschäftigungsjahr), sofern ab dem Voll-/Teilzeit-Abschnitt nicht neuerlich eine Probezeit vereinbart wurde.

Wer kann Leistungen des SWF beantragen: gewerbliches Arbeitskräfteüberlassungs-Unternehmen oder Zeitarbeitskraft?

  • Allgemeine Bildungsmaßnahmen: gewerbliches Arbeitskräfteüberlassungs-Unternehmen oder Zeitarbeitskraft
    Fachkräfteausbildung: gewerbliches Arbeitskräfteüberlassungs-Unternehmen oder Zeitarbeitskraft
    Lohnkostenersatz für Allgemeine Bildungsmaßnahmen und Fachkräfteausbildung: nur gewerbliche Arbeitskräfteüberlassungs-Unternehmen
    Arbeitslosenunterstützung: nur Zeitarbeitskräfte
    Überbrückungsgeld: nur gewerbliche Arbeitskräfteüberlassungs-Unternehmen
    Einarbeitungsbeihilfe: nur gewerbliche Arbeitskräfteüberlassungs-Unternehmen

Wer bezahlt die Rechnung der Ausbildung?

  • Das ist davon abhängig, ob der Förderantrag durch das gewerbliche Arbeitskräfteüberlassungs-Unternehmen oder durch die Zeitarbeitskraft direkt gestellt wird. Gerne beraten wir Sie über die Vorteile dieser beider Varianten.
    Antragstellung durch das gewerbliche Arbeitskräfteüberlassungs-Unternehmen:
    Die Ausbildung ist zunächst vom gewerblichen Arbeitskräfteüberlassungs-Unternehmen zu finanzieren. Nach Beendigung der Ausbildung werden alle notwendigen Unterlagen vom gewerblichen Arbeitskräfteüberlassungs-Unternehmen mittels Upload im SWF-Onlineportal eingereicht, anschließend erfolgt die Auszahlung durch den SWF (quartalsweise). Die Rechnung muss auf das gewerbliche Arbeitskräfteüberlassungs-Unternehmen ausgestellt sein.
    Antragstellung durch die Zeitarbeitkraft:
    Die Zeitarbeitkraft schließt vor Ausbildungsbeginn mit dem SWF eine Ausbildungsvereinbarung. Die Rechnung kann vom Schulungsträger direkt an den SWF zur Begleichung übermittelt werden. Die Rechnung muss auf die Zeitarbeitkraft ausgestellt sein.

Wie ist es zu verstehen, dass Leistungen in einem angemessenen Verhältnis zu den eingezahlten SO-Beiträgen erbracht werden?

  • Pro Förderzeitraum (Quartal) wird das Verhältnis der eingezahlten SO-Beiträge mit den beantragten Ausbildungskosten/Lohnkosten/Überbrückungsgeldern/Einarbeitungsbeihilfen verglichen. Das einzelne Arbeitskräfteüberlassungs-Unternehmen (AKÜ) darf Kosten bis zum zweifachen Wert der eingezahlten SO-Beiträge beim SWF einreichen, kleinere AKÜs bis zum Dreifachen der eingezahlten SO-Beiträge. Als kleinere AKÜ sind Firmen mit einem durchschnittlichen monatlich eingezahlten SO-Beitrag von weniger als € 1.000,- (bei einem SO-Beitragssatz von 0,35 %) definiert. Diese können um diese Ausnahmeregelung per Mail anfragen. Die Zustimmung erfolgt im Vorstand.

Wo ist der SO-Beitrag gesetzlich geregelt und wie wird er berechnet?

  • Der Sozial- und Weiterbildungsfonds-Beitrag (SO-Beitrag) ist gesetzlich nach § 22d Abs 1 und Abs 2 AÜG wie folgt festgelegt:
    • 2013: 0,25 %
    • 2014: 0,35 %
    • 2015: 0,60 %
    • 2016: 0,80 %
    • ab 01.04.2017: 0,35%
    von der allgemeinen Beitragsgrundlage nach ASVG bzw. vom Entgelt der überlassenen Arbeitskraft

Wie müssen die SO-Beiträge von Arbeitskräfteüberlassungs-Unternehmen, die Ihre Zeitarbeitskräfte in Österreich zur Sozialversicherung anmelden, an den SWF abgeliefert werden?

  • Die Beiträge an den Sozial- und Weiterbildungsfonds (SO-Beiträge) müssen seit 01.01.2013 über die AKÜ-eigene Lohnverrechnung (z.B. ab 01.04.2017 sind das 0,35 % von der allgemeinen Beitragsgrundlage zur Sozialversicherung) an die zuständige Gebietskrankenkasse gemeldet und gemeinsam mit den übrigen Abgaben zur Sozialversicherung abgeliefert werden. Gemäß § 22d Abs 3 AÜG gelten die Vorschriften der gesetzlichen Krankenversicherung über den Abzug des Versicherungsbeitrages vom Entgelt. Die Beitragsgrundlage ist die nach dem Allgemeinen Sozialversicherungsgesetz (ASVG), BGBl. Nr. 189/1955 geltende allgemeine Beitragsgrundlage. Es gilt die Höchstbemessungsgrundlage gemäß § 45 ASVG. Ein SO-Beitrag ist auch für Sonderzahlungen gemäß § 49 Abs 2 ASVG zu leisten.
  • Die Gebietskrankenkassen geben die Meldung und die eingezahlten SO-Beiträge abzüglich einer 0,5 %igen Verwaltungskostenpauschale gemäß § 22d Abs 5 AÜG an den SWF weiter.

Wie müssen die SO-Beiträge von Arbeitskräfteüberlassungs-Unternehmen, die Ihre Zeitarbeitskräfte außerhalb von Österreich zur Sozialversicherung anmelden, an den SWF abgeliefert werden?

  • Arbeitskräfteüberlassungs-Unternehmen mit Sitz in einem EU-Mitgliedstaat, EWR-Staat oder der Schweiz haben die Beschäftigung von nach Österreich überlassenen Arbeitskräfte gemäß § 19 Lohn- und Sozialdumping-Bekämpfungsgesetz (LSD-BG) bei der Zentralen Koordinationsstelle (ZKO) beim Bundesministerium für Finanzen elektronisch mit dem Web-Formular ZKO 4 zu melden (§ 22 d Abs 4 AÜG). Änderungen der gemeldeten Daten müssen ebenfalls unverzüglich bekannt gegeben werden.
  • Auf Basis der Meldungen an die ZKO werden die SO-Beiträge vom SWF monatlich vorgeschrieben und eingehoben.

Wie wird die SO-Beitragsvorschreibung für Arbeitskräfteüberlassungs-Unternehmen mit Sitz außerhalb Österreichs abgewickelt?

  • Schritt 1: Das gewerbliche Arbeitskräfteüberlassungs-Unternehmen meldet gemäß § 19 Abs 1 iVm Abs 4 LSD-BG die Überlassung von Arbeitskräften nach Österreich vor Entsendung elektronisch bei der ZKO im Bundesministerium für Finanzen.
    Schritt 2: Der Sozial- und Weiterbildungsfonds erhält von der ZKO auf gesetzlicher Grundlage die nötigen Informationen, um den SO-Beitrag berechnen und vorschreiben zu können.
    Schritt 3: Der AKÜ mit Sitz im Ausland erhält einen elektronischen Zugang (Benutzer/Passwort) zum SWF-Onlineportal - über das die gesamte SO-Beitragsvorschreibung und –einhebung abgewickelt wird.
    Schritt 4: Das AKÜ mit Sitz im Ausland hat 14 Tage Zeit diese Daten zu präzisieren: - Angabe jener/s Tage/s des Überlassungszeitraumes, an welchen nicht in Österreich gearbeitet wurde und dadurch kein SO-Beitrag zu verrechnen ist.
    Schritt 5: Der SWF prüft Ihre eingereichten Daten auf SO-Beitragspflicht und kollektivvertragliche Einstufung, damit eine etwaige Unterentlohnung nach dem LSD-BG ausgeschlossen werden kann.
    Schritt 6: Der SWF ergänzt die Kollektivvertrags-Einstufungen pro Zeitarbeitskraft gemäß Gewerbeberechtigung des Beschäftigerbetriebes, Tätigkeitsbeschreibung und gemeldeter Entlohnung und berechnet darauf basierend den SO-Beitrag.
    Schritt 7: Der SO-Beitrag wird für den aktuellen Monat, aufgrund Ihrer näheren Angaben, vorgeschrieben. Die Verrechnung erfolgt im Nachhinein. Beispiel: Der Monat Dezember 2019 wird im Jänner 2020 verrechnet und nach Verrechnungsabschluss erhalten Sie Ihre Vorschreibung, die binnen 30 Tage zu begleichen ist.
    Schritt 8: Das AKÜ mit Sitz im Ausland zahlt auf das dafür beim SWF vorgesehene Konto bei der ERSTE Bank ein:
    Kontowortlaut: SO-Beiträge zum SWF/Ausland
    IBAN: AT28 2011 1822 2568 5802
    BIC: GIBAATWWXXX

    Schritt 9: Sollte der Betrag nicht zeitgerecht eingezahlt werden, erfolgt ebenfalls elektronisch die 1. Mahnung unter Setzung einer 14tägigen Frist.
    Schritt 10: Sollte der Betrag abermals nicht eingezahlt werden, erfolgt die letzte Mahnung unter Setzung einer letztmaligen 14tägigen Frist
    Schritt 11: Sollte die Zahlung des SO-Beitrages wider Erwarten nicht erfolgen, erhält das AKÜ mit Sitz im Ausland die Verständigung unseres Rechtsanwaltes mit der Aufforderung die säumige Zahlung inklusive der Anwaltskosten zu begleichen.
    Schritt 12: Sollte der Zahlungsaufforderung ein weiteres Mal nicht nachgekommen werden, so wird gemäß §22d Abs 4 AÜG eine Klage beim Arbeits- und Sozialgericht Wien eingereicht.

Sind auch für die überlassenen Angestellten SO-Beiträge an den SWF abzuführen?

  • Ja, seit 01.01.2017 sind SO-Beiträge abzuführen und es können im Gegenzug dazu auch Förderungen in Anspruch genommen werden.

Müssen gewerbliche Arbeitskräfteüberlassungs-Unternehmen im Vorhinein um eine Förderung ansuchen oder ist es im Nachhinein möglich (z.B. quartalsweise)?

  • Sie müssen nicht im Vorhinein ansuchen.
    In den einzelnen Leistungsbereichen „Allgemeine Bildungsmaßnahmen/Fachkräfteausbildung/Überbrückungsgeld/Einarbeitungsbeihilfe" müssen Sie die Unterlagen bis spätestens 6 Monate nach Ausbildungsende/Stehzeitende/Ende Einarbeitung im Nachhinein vollständig in das SWF-Onlineportal einbringen. Wenn alle Unterlagen von Ihnen hochgeladen wurden, können Sie den Förderantrag einfach und unbürokratisch stellen, indem Sie die Ausbildung frei geben (Einreichen-Button drücken).
    Nur in den Bereichen „Fachkräfteausbildung“ und „Allgemeinde Bildungsmaßnahmen mit Bildungskarenz“ ist mit dem SWF Kontakt aufzunehmen, da nur nach einem vorab geführten Beratungsgespräch und einer schriftlichen Zusage durch den SWF eine Förderung erfolgen kann.

Fragen zu Allgemeine Bildungsmaßnahmen

Was versteht man unter einer Allgemeinen Bildungsmaßnahme?

  • Es handelt sich dabei um Aus- und Weiterbildungen für Zeitarbeitskräfte mit den Zielen einer verbesserten Qualifikation und Einsatzfähigkeit, einer kontinuierlichen Beschäftigung und einer höheren Zufriedenheit – sowohl auf Seiten der Zeitarbeitskräfte als auch auf Seiten der Beschäftigerbetriebe.

Wer hat Anspruch auf Förderung einer Allgemeinen Bildungsmaßnahme?

  • Alle gewerblichen Arbeitskräfteüberlassungs-Unternehmen, die ihre Beiträge zum Sozial- und Weiterbildungsfonds nach § 22d AÜG (SO-Beiträge) vollständig und pünktlich einbezahlt haben, können für ihre Zeitarbeitskräfte eine geförderte Bildungsmaßnahme beantragen, sofern sich diese während der Ausbildung in einem aufrechten Arbeitsverhältnis befinden.

Was wird bei einer Allgemeinen Bildungsmaßnahme vom SWF gefördert?

  • Bei Allgemeinen Bildungsmaßnahmen finanziert der SWF die kompletten Ausbildungs- und Prüfungskosten. Sollte die Zeitarbeitskraft die vereinbarte Bildungsmaßnahme allerdings mit weniger als 75 % der gesamten Ausbildungszeit besuchen, übernimmt der SWF nur 50 % der vorab genehmigten Kosten. Die restlichen Kosten muss die Zeitarbeitskraft selbst bezahlen. Wenn Zeitarbeitskräfte im Rahmen einer Bildungskarenz, einer Bildungsteilzeit oder eines Fachkräftestipendiums eine Ausbildung beginnen, leistet der SWF einen monatlichen finanziellen Zuschuss. Als Bemessungsgrundlage gilt dabei das durchschnittliche Nettoentgelt vor Ausbildungsbeginn (13-Wochen-Schnitt inkl. Sonderzahlungen).

Wie kann ich eine Allgemeine Bildungsmaßnahme beantragen?

  • Die Antragstellung erfolgt entweder durch das gewerbliche Arbeitskräfteüberlassungs-Unternehmen oder durch die Zeitarbeitskraft direkt. Den genauen Ablauf finden Sie unter Prozessablauf Allgemeine Bildungsmaßnahmen. Der SWF berät Sie gerne über die jeweiligen Vorteile der Varianten und unterstützt Sie bei allen Schritten.

Was muss bei der Auswahl eines konkreten Kurses berücksichtigt werden?

  • Bei der Auswahl ist zu berücksichtigen, dass die Ausbildungskosten den Referenzpreisen von regionalen Schulungsträgern entsprechen. Anlern-, Einweisungs- und Einschulungsunterweisungen gelten nicht als geförderte Bildungsmaßnahmen.

Kann auch während Bildungsteilzeit oder Bildungskarenz eine Allgemeine Bildungsmaßnahme beim SWF beantragt werden?

  • Ja, seit 01.01.2016 können allgemeine Bildungsmaßnahmen auch während der Bildungskarenz bzw. Bildungsteilzeit beantragt werden.

Werden die vom gewerblichen Arbeitskräfteüberlassungs-Unternehmen aufgewendeten Kosten vollständig übernommen, auch wenn die Behaltefrist nicht eingehalten werden kann?

  • Im Rahmen der Allgemeinen Bildungsmaßnahmen nach § 3 der Leistungsordnung und unter Einhaltung der übrigen Fördervoraussetzungen werden die tatsächlich aufgewendeten Kurskosten zur Gänze rückvergütet - ungeachtet dessen, ob die einmonatige Behaltefrist eingehalten wurde.
    Die Behaltefrist ist relevant, wenn auch Lohn-/Gehaltskostenersatz beantragt wird.
    Die Lohn-/Gehaltskosten nach § 3 der Leistungsordnung werden aber auch dann an das gewerbliche Arbeitskräfteüberlassungs-Unternehmen rückvergütet, wenn die Zeitarbeitskraft während der Ausbildungszeit oder innerhalb eines Monats nach Schulungsende das Unternehmen durch Kündigung durch die Zeitarbeitskraft, berechtigte Entlassung oder unberechtigten vorzeitigen Austritt verlassen hat oder lückenlos vom Beschäftiger übernommen worden ist.

Sind sogenannte SCP/SGU-Schulungen förderbar?

  • Ja, der Antrag kann sowohl über das gewerbliche Arbeitskräfteüberlassungs-Unternehmen als auch über die Zeitarbeitskraft gestellt werden. Der SWF überprüft anschließend, ob ein gültiges Zertifikat vorhanden ist bzw. ob innerhalb von 10 Jahren bereits einmal für eine Zeitarbeitskraft eine Förderung für diese spezielle Ausbildung ausbezahlt wurde. Weitere Voraussetzungen für eine Genehmigung sind, dass es sich um eine standardisierte Ausbildung inkl. Prüfung und Ausstellung eines Zertifikats handelt und dass die Ausbildungsdauer 8–24 Stunden beträgt.

Sind Bildungsmaßnahmen in Form von eLearning förderbar?

  • Ja, aber sie werden nur in bedarfsbezogenen Ausnahmefällen gefördert. Die Förderbedingungen von Bildungsmaßnahmen und insbesondere von eLearning-Ausbildungen werden durch eine gesonderte Rahmenvereinbarung mit ausgewählten Schulungsträgern geregelt.

Fragen zur Fachkräfteausbildung

Was versteht man unter einer Fachkräfteausbildung?

  • Bei der Fachkräfteausbildung handelt es sich um Lehrgänge für die Vorbereitung auf die außerordentliche Lehrabschlussprüfung. Voraussetzungen für die Teilnahme sind Bildungskarenz, Bildungsteilzeit bzw. das Fachkräftestipendium des AMS. Für das Jahr 2020 stehen jeweils 200 geförderte Ausbildungsplätze zur Verfügung: in der Elektro-/ Metalltechnik, als Betriebslogistiker/Betriebslogistikerin, Bürokaufmann/Bürokauffrau oder vieles mehr.

Wer hat Anspruch auf Förderung einer Fachkräfteausbildung?

  • Die Fachkräfteausbildung richtet sich an alle gewerblichen Arbeitskräfteüberlassungs-Unternehmen, die Zeitarbeitskräfte mit einer abgebrochenen Lehre ausbilden lassen möchten. Auch für angelernte Zeitarbeitskräfte, die einen Lehrabschluss anstreben, kann eine Förderung beantragt werden. Voraussetzung ist, dass die Beiträge zum Sozial- und Weiterbildungsfonds nach § 22d AÜG (SO-Beiträge) vollständig und zeitgerecht einbezahlt wurden.

Was wird bei einer Fachkräfteausbildung vom SWF gefördert?

  • Der SWF übernimmt die Ausbildungs-/Prüfungskosten zur Gänze. Sollte die Zeitarbeitskraft die vereinbarte Bildungsmaßnahme allerdings mit weniger als 75 % der gesamten Ausbildungszeit besuchen, übernimmt der SWF nur 50 % der vorab genehmigten Kosten. Die restlichen Kosten muss die Zeitarbeitskraft selbst bezahlen. Zusätzlich erhalten Zeitarbeitskräfte einen Zuschuss zum Weiterbildungsgeld, Bildungsteilzeitgeld bzw. zum Fachkräftestipendium. Als Bemessungsgrundlage gilt dabei das durchschnittliche Nettoentgelt vor Ausbildungsbeginn (13-Wochen-Schnitt auf Basis Bruttolohn/-gehalt samt schnittfähiger Zulagen und anteiliger Sonderzahlungen, max. jedoch bis zur Höhe der gemäß § 45 ASVG festgelegten Höchstbemessungsgrundlage).

Wie kann ich eine Fachkräfteausbildung beantragen?

  • Die Antragstellung erfolgt entweder durch das gewerblichen Arbeitskräfteüberlassungs-Unternehmen oder durch die Zeitarbeitskraft direkt. Den genauen Ablauf finden Sie unter Prozessablauf Fachkräfteausbildung. Der SWF berät Sie gerne über die jeweiligen Vorteile der Varianten und unterstützt Sie bei allen Schritten.

Warum wird jährlich nur eine begrenzte Anzahl an Fachkräfteausbildungen vom SWF gefördert?

  • Die auf 200 Kontingentplätze begrenzte Anzahl ist eine vorläufige Einschätzung, da konkrete Erfahrungswerte fehlen. Sollten Ausbildungen darüber hinaus angefragt werden, so ist der SWF bemüht, freie Mittel aus anderen Leistungsbereichen bereitzustellen.

Werden die vom gewerblichen Arbeitskräfteüberlassungs-Unternehmen aufgewendeten Kosten vollständig übernommen, auch wenn die Behaltefrist nicht eingehalten werden kann?

  • Im Rahmen der Fachkräfteausbildung nach § 4 der Leistungsordnung werden die Ausbildungskosten unter Einhaltung der übrigen Fördervoraussetzungen durch den SWF rückvergütet, wenn für den Zeitraum der Ausbildung eine Karenzierungsvereinbarung geschlossen wurde und das Arbeitsverhältnis noch ein Monat nach Schulungsende weiterbestanden hat - entweder beim gewerblichen Arbeitskräfteüberlassungs-Unternehmen direkt oder durch lückenlose Übernahme durch den Beschäftiger.
    Die tatsächlich aufgewendeten Ausbildungskosten werden auch dann rückvergütet, wenn die Zeitarbeitskraft vor dem Monat der Behaltefrist das Unternehmen durch Kündigung durch die Zeitarbeitskraft, berechtigte Entlassung oder unberechtigten vorzeitigen Austritt verlassen hat.
    Wenn die Fachkräfteausbildung während der Ausbildungszeit ohne Verschulden des gewerblichen Arbeitskräfteüberlassungs-Unternehmen durch die Zeitarbeitskraft abgebrochen wird, können in begründeten Einzelfällen tatsächlich aufgewendete Ausbildungskosten durch Zustimmung im Vorstand rückvergütet werden.

Fragen zum Überbrückungsgeld

Was versteht man unter Überbrückungsgeld?

  • Der SWF unterstützt gewerbliche Arbeitskräfteüberlassungs-Unternehmen während überlassungsfreier Zeiten (Stehzeiten) ihrer Zeitarbeitskraft. Während überlassungsfreier Zeiten (Stehzeiten) fördert der SWF gegenüber dem Arbeitskräfteüberlassungs-Unternehmen 130 % während der ersten 5 Arbeitstage und 120 % vom 6. bis zum 10. Arbeitstag des dafür aufgewendeten Bruttolohns/-gehalts bis zur Höhe der gemäß § 45 ASVG festgelegten Höchstbeitragsgrundlage (Bruttolohn/-gehalt samt schnittfähiger Zulagen und anteiliger Sonderzahlungen). Zeiten, in denen die Arbeitnehmerin und der Arbeitnehmer Entgeltfortzahlung erhält (z.B. Urlaub, Krankenstand) oder Zeitausgleich konsumiert, werden nicht gefördert. Dies gilt für maximal 10 Arbeitstage pro Anlassfall. Voraussetzung ist, dass die/der Zeitarbeitskraft vor der zu fördernden Stehzeit zumindest ein Monat (Beschäftigungsmonat) lang in Ihrem Unternehmen beschäftigt gewesen ist und dieses Arbeitsverhältnis nach Ende des Überbrückungsgeldes noch mindestens ein Monat lang andauert (Behaltemonat).

Wer hat Anspruch auf Überbrückungsgeld vom SWF?

  • Das Überbrückungsgeld kann vom gewerblichen Arbeitskräfteüberlassungs-Unternehmen beantragt werden, wenn sich dessen Zeitarbeitskräfte auf Stehzeit befinden. Anspruchsberechtigt sind jene Unternehmen, die ihre  Beiträge zum Sozial- und Weiterbildungsfonds nach § 22d AÜG (SO-Beiträge) vollständig und pünktlich einbezahlt haben.

Wie kann ich das Überbrückungsgeld beim SWF beantragen?

  • Das Überbrückungsgeld wird vom gewerblichen Arbeitskräfteüberlassungs-Unternehmen beantragt. Alle notwendigen Schritte finden Sie unter Prozessablauf Überbrückungsgeld. Der SWF berät und unterstützt Sie gerne bei allen Schritten.

Fragen zur Einarbeitungshilfe

Was versteht man unter Einarbeitungsbeihilfe?

  • Der SWF unterstützt mit der Einarbeitungsbeihilfe, wenn nach einer erfolgreich absolvierten SWF-Fachkräfteausbildung ein Mangel an Berufserfahrung bei einer Zeitarbeitskraft festgestellt wird und aufgrund dessen der Verrechnungssatz für Fachkräfte nicht sofort gegenüber dem Beschäftigerbetrieb in Rechnung gestellt werden kann. Die Einarbeitungsbeihilfe wird für maximal 3 Monate gewährt.   

Wer hat Anspruch auf Einarbeitungsbeihilfe durch den SWF?

  • Die Einarbeitungshilfe kann von allen gewerblichen Arbeitskräfteüberlassungs-Unternehmen beantragt werden, die ihre Beiträge zum Sozial- und Weiterbildungsfonds nach § 22d AÜG (SO-Beiträge) vollständig und pünktlich einbezahlt haben.

Wie kann ich die Einarbeitungsbeihilfe beantragen?

  • Die Einarbeitungsbeihilfe wird vom gewerblichen Arbeitskräfteüberlassungs-Unternehmen beantragt. Alle notwendigen Schritte finden Sie unter Prozessablauf Einarbeitungsbeihilfe. Der SWF berät und unterstützt Sie gerne bei allen Schritten.

Fragen & Antworten für Schulungsträger

Allgemeine Fragen

Wie erfolgt die Erstanmeldung im SWF-Onlineportal?

  • Die Schulungsträger können sich mit ihrer E-Mail-Adresse, an die die SWF-Aussendungen erfolgt ist, in das SWF-Onlineportal einloggen. Dazu müssen sie ihr Passwort selbst anfordern, indem sie den Button „Passwort vergessen“ klicken. Das Passwort wird prompt per Mail zugesandt (bitte auch im Spam-Ordner nachschauen). Nach der Erstanmeldung kann das Passwort geändert werden. Im SWF-Onlineportal können die Schulungsträger zudem ihre Benutzer-Stammdaten aktualisieren und die notwendigen geforderten Unterlagen hochladen. Der SWF wird Ihre Unterlagen prüfen und Ihnen gegebenenfalls die Annahme der Rahmenvereinbarung per E-Mail mitteilen.
    Wenn der Schulungsträger keine Aussendungen vom SWF erhalten hat, aber der Rahmenvereinbarung beitreten möchte, muss er sich bitte zunächst an den SWF unter office-schulungstraeger@swf-akue.at wenden. Der SWF hinterlegt dann die Mailadresse im Onlineportal und der Schulungsträger kann, wie oben beschrieben, einsteigen.

Welche Unterlagen müssen die Schulungsträger im SWF-Onlineportal hochladen, um gelistet zu werden?

  • Es müssen folgende Unterlagen hochgeladen werden: Firmenbuchauszug, Ö-Cert-Zertifikat/Ermächtigung(en), Beitrittserklärung, Eigenerklärung und die Erklärung zur Nutzung Onlineportal (Mustervorlage ist im SWF-Onlineportal hinterlegt).

Was ist der Unterschied zwischen Beitrittserklärung und Eigenerklärung?

  • Die Beitrittserklärung ist das Dokument, welches auf der letzten Seite der Rahmenvereinbarung zu finden ist. Auf der Beitrittserklärung gibt der Schulungsträger an, ob er über ein Ö-Cert-Zertifikat oder über Ermächtigung(en) von öffentlich-rechtlichen Stellen zur Durchführung von gesetzlich geregelten Bildungsmaßnahmen verfügt.
    Die Eigenerklärung des Schulungsträgers ist ein Dokument, welches vom Schulungsträger selbst verfasst und mit bestimmten Anlagen versehen werden muss. Die erforderlichen Inhalte und Anlagen sind in der Rahmenvereinbarung in der Präambel (unterer Absatz) zu finden.

Wo sieht man, welche Schulungsträger ab 01.01.2020 gelistet sind?

  • Ab 01.01.2020 ist es möglich, in der Weiterbildungsdatenbank auf der SWF-Website einzusehen, welche Schulungsträger der Rahmenvereinbarung beigetreten sind. Die Liste wird laufend aktualisiert.

Ist folgende Konstellation möglich: Kann ein Schulungsträger, der das Ö-CERT nicht hat und auch nicht machen möchte, seine Aus- und Weiterbildungen über einen anderen zertifizierten Schulungsträger (der die Rahmenvereinbarung unterzeichnet hat und bei uns gelistet ist) in Werksvertragsform anbieten, sofern das zertifizierte Unternehmen tatsächlich alle Vereinbarungen einhält?

  • Wenn ein SWF-gelisteter Schulungsträger die Bildungsmaßnahme an ein Subunternehmen vergeben möchte, dann ist dieser Umstand dem SWF vorab bekannt zu geben und das Subunternehmen auch in den Schulungsangeboten zu vermerken. Der SWF benötigt Nachweise darüber, dass es sich um eine Organisation der Erwachsenenbildung (genaue Firmenbezeichnung) handelt, welche berufsorientierte Kursmaßnahmen anbietet und eine Marktpräsenz von mindestens 3 Jahre aufweist. Der SWF kann dazu noch in begründeten Fälle ein Veto einlegen, z.B. wenn für das besagte Subunternehmen ein Zahlungsstopp besteht.
    Sollte dieser Subunternehmer über kein Zertifikat verfügen, so hat der gelistete Schulungsträger dafür einzustehen, dass alle nachfolgenden Mindestanforderungen und Standards eingehalten werden.

In welchem Verhältnis müssen die Selbstlernzeiten zu den tatsächlichen Kurszeiten stehen?

  • Wenn 40 Stunden zu schulen sind, dann dürfen nur max. 50% der Gesamtausbildung (=20 Stunden) als Lernzeiten anfallen. 1 Stunde entspricht einer Übungseinheit + der geregelten Pause.